AI Governance
Strukturen und Regeln zur Kontrolle von KI-Systemen im Unternehmen — wer entscheidet was, wie werden Entscheidungen geprüft, wann wird eskaliert.
Auch bekannt als: KI-Governance, AI-Kontrollrahmen, Responsible AI
Was ist AI Governance?
AI Governance bezeichnet den organisatorischen Rahmen, der sicherstellt, dass KI-Systeme im Unternehmen kontrolliert, nachvollziehbar und verantwortungsvoll eingesetzt werden. Es geht nicht primär um Technologie, sondern um Entscheidungsstrukturen: Wer darf welche KI-Systeme einsetzen? Wer prüft die Ergebnisse? Was passiert bei Fehlern?
Warum AI Governance kein Selbstläufer ist
KI-Systeme — besonders Agenten — können eigenständig Aktionen ausführen, Dokumente erstellen, Daten verändern oder Kommunikation versenden. Ohne klare Governance-Struktur entstehen Risiken, die schwer zu kontrollieren sind:
- KI-Fehler werden nicht bemerkt oder erst sehr spät
- Niemand weiß, welche KI-Tools im Unternehmen im Einsatz sind
- Entscheidungen werden nicht dokumentiert — keine Nachvollziehbarkeit
- Compliance-Anforderungen (EU AI Act, DSGVO) werden nicht erfüllt
Die vier Kernelemente guter AI Governance
Inventar — Welche KI-Systeme sind im Einsatz? Wofür werden sie genutzt? Wer hat sie genehmigt?
Freigabeprozess — Welche neuen KI-Anwendungen dürfen eingeführt werden und unter welchen Bedingungen?
Monitoring — Wie werden KI-Ausgaben stichprobenartig geprüft? Wie werden Fehler erkannt und gemeldet?
Eskalationsregeln — Wann entscheidet ein Mensch? Was passiert bei kritischen Fehlern?
AI Governance im Kontext des EU AI Act
Der EU AI Act stellt erstmals regulatorische Anforderungen an den Einsatz von KI. Für Hochrisiko-Systeme sind dokumentierte Governance-Prozesse, Erklärbarkeit und menschliche Aufsicht verpflichtend.
Auch für KMU, die keine Hochrisiko-KI im Sinne des Gesetzes einsetzen, lohnt sich ein Governance-Rahmen — nicht als Bürokratie, sondern als strukturierter Umgang mit Technologie, die fehlbar ist.
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